die
Bastlerbeutel
(diskrete aktive elektronische Bauelemente)

- ich bin mit ihnen "groß geworden", sie haben mich
mein Taschengeld gekostet.
Heute sind sie die Namensgeber dieser Seite... -

- ... hier die mir bisher bekannten Bastlerbeutel:

   In der ehemaligen DDR war der BASTLERBEUTEL ein sehr, sehr erfolgreiches Produkt für Elektronikbastler und erfreute sich größter Beliebtheit. Konnte man doch so hochwertige Halbleiter zu einem günstigen Preis erwerben. Ich war da voll "im Rennen" wenn es darum ging, eigene Elektronikentwürfe zu realisieren oder etwas Geld "nebenbei" zu verdienen. Sei es, DDR-UHF-Tuner auf ZDF umzurüsten (Start DDR: 3.10.1069) oder einen FUZZY für eine Gitarre bauen - alles war möglich...
  In der Anfangszeit der Halbleiterfertigung bereitete die neue Technologie der Industrie erhebliche Schwierigkeiten. Deren Ausschussquote lag bei 70-80%. Entsprechen waren auch die Preise für Transisoren in Ost wie West (anklicken)
. Anfallbauelemente, die die TGL(DIN)-Normung nicht einhielten landeten aber nicht auf der Halde, denn diese Teile waren kein "Ausschuß", sondern voll funktionsfähig. Ein zu hoher Reststrom führte z.B. dazu. Man beschloß daher, diese Teile in größeren Stückzahlen zu stark gesenkten Preisen zu verkaufen. Hier die erste Ankündigung für einen Probeverkauf (anklicken). Die Bastlerbeutel kamen als kleine Tüte (etwa DIN A5), mit einem Heftchen (Applikationen), in dem sich die Halbleiter (NF-, HF-, Leistungstransitoren aber auch Dioden und später Schaltkreise) befanden daher. Die einzige Folge: man sollte sie schon ausmessen. Das traf besonders auf Ge-Transistoren zu, was sich aber später ändern sollte... meist finden Sie die Ost-Preise für die BB  als Stempelaufdruck oder Sie fragen nach. Jedenfalls: mit 20.-(Ost)Mark Taschengeld war das immer noch recht teuer...

Hier "meine" BastlerBeutel:





es gibt 2 Varianten des BB-9

A, B

C, G

D, E, F
BB
aus Wermsdorf
(einziger Elektronik Versandhandel DDR


EBS 12

EBS 3
Bastlerbeutel, die nicht bei mir vorhanden sind, aber deren Beschreibung veröffentlicht wird, werden mit Einverständnis der Inhaber vorgestellt (Einverständis liegt vor) ! Haftung ausgeschlossen. Vielen Dank für die zahlreichen Zuschriften...
(anklicken zum Downloaden)

eine vollständige
Liste finden Sie hier

   Im Laufe der Jahre verringerten sich die Außschußquoten für die Fertigung von Halbleitern, die die nach der DDR-TGL (fast 100% DIN) geforderten Parameter der einzuhaltenden Grenzwerte nicht erreichten, so daß es "schwierig" wurde, die pro Jahr bereitzustellenden BASTLERBEUTEL an den Einzelhandel abzugeben. Ebend  -  PLANWIRTSCHAFT.
Früher mußte man jeden Transistor einzeln ausmessen - nun nicht mehr, denn die Qualität der Technologie der laufenden Produktion stieg kontinuierlich. Anders aber hätte man die "Sollzahlen" der an den Handel abzugebenden BASTLERBEUTEL nicht realisieren können. Und wegen der geringeren "Ausschußquoten" stieg auch die Qualität der BB !

Der ebenfalls in der DDR weit verbreitete und von verschiedenen Herstellern herausgegebene "ELEKTRONIKBAUSATZ xx"
(das war ein völlig anderes Konzept der fertigen Baugruppe incl. Leiterplatte.
Eentsprechend teuer -> aber weit vor ELV & Co oder CONRAD), ist hier nicht vertreten.

Auf eine Kuriosität möchte ich noch hinweisen: Es gab durch die unterschiedlichen Produzenten parallele Entwicklungen:

So wurde der BASTLERBEUTEL 12 zeitgleich auch als ELEKTRONIKBAUSATZ 12 verkauft. Der BB12 hätte nur die Halbleiter und das Heftchen enthalten dürfen, der EBS12 hingegen eine konkrete Applikation/Schaltung inclusive Leiterplatte. Tat er aber nicht ! Auch nur Halbleiter und Heftchen (wie im BB12) was für Verwirrungen sorgte... Planwirtschaft, wo nach Plan niemand wußte, was der Andere macht.... Deswegen gab es den Plan. (schmunzel)

Nun, wer mehr zu den ELEKTRONIKBAUSÄTZen erfahren möchte klickt      HIER !     Eine sehr gute Seite ! Meine Empfehlung. Ist aber ein anderes Sammlergebiet und daher hier nicht vertreten.

   Es gab bis ca. 1965 verscheidene Amateur-Elektronik Versandbetriebe. Sie kamen und gingen. Besonders die privat betriebenen verschwanden meist schnell. Die "Partei" (hat immer Recht) griff ein... Eine ähnliche Entwicklung gab es auch im Westen. Viele kleine, private mußten aufgeben. Nur der Basis war anders: Zentralisierung, der Große frißt den Kleinen. Nicht viel besser und wegen des Mangels an Vielfalt sehr, sehr bedauerlich...

Der einzige, kontinuierlich betriebene Elektronik Versandbetrieb der DDR (bis zur Einheit) war der

KONSUM Elektronik-Versand Wermsdorf  

in 7264 Wermsdorf. Den kennen wohl alle Ostbastler, weil man die Teile nicht im Handel bekam oder weil man keine "Beziehungen" (sprich: D-Mark) hatte... Dieser Vertrieb hatte für die meisten Bastler in der DDR die Bedeutung, wie heute CONRAD oder POLLIN.

Er vertrieb nicht nur die regulären BB sondern aus seinen Beständen die BASTLERBEUTEL A-G. Sie hatten diverse diskrete Halbleiter, IC, Widerstände und Kondensatoren - sogar tlw. Röhren und bestückte Leiterplatten aus "Überplanbeständen" zum Inhalt... Heute wäre das etwas für die "RESTRAMPE", was aber durchaus seine Berechtigung hatte und heute noch hat. Aber dazu muss man Lötkolbenbastler sein - und DAS ist der Inhalt dieser Webseite...

Ich habe selbst an "Verkäufen" teilgenommen, die im Rahmen von GST-Veranstaltungen stattfanden. Dort wurden z.B. LP des ausgelaufenen COLR-20 (DDR Farb-TV) erkauft. Zum symbolischen Preis von 1 (ost)Mark). Die "einzige" Mühe: Ich habe Stunden verbacht, die Bauteile auszulöten... Aber: Sie kosteten fast nichts...

Durch Anklicken können Sie die BB-Heftchen (soweit sie bei mir vorhanden sind...) Downloaden als PDF-Datei oder aber nur zum Anschauen. Stellen sie die Größe im AcrobatReader höchstens auf 125% !

Für Hinweise auf anderen Bastlerbeutel - bitte kurze E-Mail an mich an mich ! Dank an alle User, die mich bei meiner Suche unterstützt haben und mir fehlende Bastlerbeutel zur Verfügung stellten...