die
Bastlerbeutel
(diskrete aktive elektronische Bauelemente)

- ich bin mit ihnen "groß geworden", sie haben mich mein Taschengeld gekostet.
Heute sind sie die Namensgeber dieser Seite... -

hier die mir bisher bekannten Bastlerbeutel:

   In der ehemaligen DDR war der BASTLERBEUTEL ein sehr, sehr erfolgreiches Produkt für Elektronikbastler und erfreute sich größter Beliebtheit. Konnte man doch so hochwertige Halbleiter zu einem günstigen Preis erwerben. Der BB war voll "im Rennen" wenn es darum ging, eigene Elektronikentwürfe zu realisieren oder etwas Geld "nebenbei" zu verdienen. Sei es, DDR-UHF-Tuner auf ZDF umzurüsten oder einen FUZZY für eine Gitarre bauen - alles war möglich... In der Anfangszeit der Halbleiterfertigung bereitete die neue Technologie der Industrie erhebliche Schwierigkeiten. Deren Ausschussquote lag bei 70-80%. Man startete daher in der DDR einen Probeabverkauf von Halbleitern 2. bzw. 3. Wahl. Hier eine Preisliste aus 1967 (anklicken). Diese Teile waren kein "Ausschuß", sondern voll funktionsfähig. Die späteren Bastlerbeutel kamen als kleine Tüte (etwa DIN A5), mit einem Heftchen (Applikationen), in dem sich die Halbleiter (NF-, HF-, Leistungstransitoren aber auch Dioden und Schaltkreise) befanden daher. Diese Halbleiter entsprachen aber nicht in allen Parametern dem damaligen Industriestandart (DDR: TGL - D: DIN, beide annähernd identisch, schon wegen dem Warenaustausch Ost/West). Die einzige Folge: man sollte sie schon ausmessen. Das traf besonders auf Ge-Transistoren zu, was sich aber später ändern sollte... meist finden Sie die Ost-Preise für die BB  als Stempelaufdruck oder Sie fragen nach. Jedenfalls: mit 20.-(Ost)Mark Taschengeld war das immer noch recht teuer...

Hier "meine" BastlerBeutel:





es gibt 2 Varianten des BB-9

D, E, F

C, G
BB
aus Wermsdorf
(einziger Elektronik Versandhandel DDR)

EBS 12

EBS 3
Bastlerbeutel, die nicht bei mir vorhanden sind, aber deren Beschreibung veröffentlicht wird, werden mit Einverständnis der Inhaber vorgestellt (Einverständis liegt vor) ! Haftung ausgeschlossen. Vielen Dank für die zahlreichen Zuschriften...
(anklicken zum Downloaden)

eine vollständige
Liste finden Sie hier

   Im Laufe der Jahre verringerten sich die Außschußquoten für die Fertigung von Halbleitern, die die nach der DDR-TGL (fast 100% DIN) geforderten Parameter der einzuhaltenden Grenzwerte nicht erreichten, so daß es "schwierig" wurde, die pro Jahr bereitzustellenden BASTLERBEUTEL an den Einzelhandel abzugeben. Ebend  -  PLANWIRTSCHAFT.
Früher mußte man jeden Transistor einzeln ausmessen - nun nicht mehr, denn die Qualität der Technologie der laufenden Produktion stieg kontinuierlich (in Ost und West). Anders aber hätte man die "Sollzahlen" der an den Handel abzugebenden BASTLERBEUTEL nicht realisieren können.
Und wegen der geringeren "Ausschußquoten" (TGL/DIN)
stieg auch die Qualität der BB !

Der ebenfalls in der DDR weit verbreitete und von verschiedenen Herstellern herausgegebene "ELEKTRONIKBAUSATZ xx"
(das war ein völlig anderes Konzept der fertigen Baugruppe incl. Leiterplatte - und entsprechend teuer -> weit vor ELV
oder CONRAD), ist hier nicht vertreten - eben BASTLERBEUTEL ...

Auf eine Kuriosität möchte ich noch hinweisen
: Es gab durch die unterschiedlichen Produzenten parallele Entwicklungen:

So wurde der BASTLERBEUTEL 12 zeitgleich auch als ELEKTRONIKBAUSATZ 12 verkauft. Der Elektronikbausatz 12 hätte aber eine konkrete Applikation/Schaltung inclusive Leiterplatte enthalten müssen - tat er aber nicht. Nur Halbleiter und Heftchen waren drin. Planwirtschaft, wo nach Plan niemand wußte, was der Andere macht.... Deswegen gab es den Plan. (schmunzel)
Was zu einiger Verwirrung unter den Käufern führte, denn man erwartete eine konkrete Anwendung - die gab es aber nicht...

Aber der Preis war wenigsten gleich.
Nun, wer mehr zu den ELEKTRONIKBAUSÄTZ en erfahren möchte klickt      HIER !     Eine sehr gute Seite !
Meine Empfehlung. A
ber ein anderes Sammlergebiet und daher hier nicht vertreten.

   Es gab bis ca. 1965 verscheidene Amateur-Elektronik Versandbetriebe. Sie kamen und gingen. Besonders die privat betriebenen verschwanden meist schnell. Die "Partei" (hat immer Recht) griff ein... Eine ähnliche Entwicklung gab es auch im Westen. Viele kleine, private mußten aufgeben. Nur der Basis war anders: Zentralisierung, der Große frißt den Kleinen. Nicht viel besser und wegen des Mangels an Vielfalt sehr, sehr bedauerlich...

Der einzige, kontinuierlich betriebene Elektronik Versandbetrieb der DDR (bis zur Einheit) war der

KONSUM Elektronik-Versand Wermsdorf  

iin 7264 Wermsdorf. Den kennen wohl alle Ostbastler, weil man die Teile nicht im Handel bekam oder weil man keine "Beziehungen" (sprich: D-Mark) hatte... Dieser Vertrieb hatte für die meisten Bastler in der DDR die Bedeutung, wie heute CONRAD oder POLLIN.

Er vertrieb nicht nur die regulären BB sondern aus seinen Beständen die BASTLERBEUTEL A-G. Sie hatten diverse
diskrete Halbleiter, IC, Widerstände und Kondensatoren - sogar tlw. Röhren und bestückte Leiterplatten aus
"Überplanbeständen" zum Inhalt... Heute wäre das etwas für die "RESTRAMPE", was aber durchaus seine Berechtigung
hatte und heute noch hat. Aber dazu muss man Lötkolbenbastler sein - und DAS ist der Inhalt dieser Webseite...

Durch Anklicken können Sie die BB-Heftchen (soweit sie bei mir vorhanden sind...) Downloaden als PDF-Datei oder aber nur zum Anschauen. Stellen sie die Größe im AcrobatReader höchstens auf 125% !

Für Hinweise auf anderen Bastlerbeutel - bitte kurze E-Mail an mich an mich ! Dank an alle User, die mich bei meiner Suche unterstützt haben und mir fehlende Bastlerbeutel zur Verfügung stellten...